Ein fiktionaler Text entsteht:

Ein fiktionaler Text entsteht: Der amerikanische Maler Marsden Hartley (1877-1943), der im Pariser Kreis von Gertrude Stein verkehrte, Kandinsky und Marc kennen lernte, verbrachte einige Jahre seines Lebens in Berlin, wo er die „War Motifs“ malt. Unter anderen das Portrait eines deutschen Offiziers, Karl von Freyburg (KvF), das heute im „Metropolitan Museum of Art“ in New York hängt. Hinter diesem Gemälde verbirgt sich eine Liebesgeschichte, die im frühen Tod des Offiziers endet, der bereits 1914 in Frankreich fällt. Alle intensiven Beziehungen des Malers enden abrupt durch Krieg, Unfall, Katastrophen, Selbstmord. Hartley ist Mystiker, der, wie es scheint, am Ende seines Lebens in säkularer Religiosität Genugtuung findet. Menschen werden in seinem Schaffen zu Ikonen dieser Erfahrung. Kann es Liebe und Erfüllung geben, auch wenn alles nur Illusion oder Projektion ist? Fragen, die in meinem Buch nicht unbedingt Antworten finden.


Lesung aus Die männliche Unreife des Todes
bei >QUEER gelesen< am 23. April 2017

Die Novellen aus Die männliche Unreife des Todes provozieren. Ein Leser fühlt sich z.B. bei Max an Themen aus Thomas Manns >Tod in Venedig< erinnert, oder an Texte von Hans Henny Jahnn. Ich werde oft gefragt, wer am Ende von Villa Sonnentau unerwarteter Weise auftaucht? Um wen geht es eigentlich in Bericht in eigener Sache? Manche Leser finden gar keinen Zugang zu meinen >Grenzgängern<, die oft von realen Personen oder Ereignissen inspiriert wurden. Der Tod spielt in allen Texten eine Rolle, aber er bedeutet nicht unbedingt ein physisches Lebensende, sondern ist nur eine Wunschvorstellung, eine Projektion, vielleicht, weil etwas dabei ist, sich radikal in uns zu verändern. Sterben wir im Laufe des Lebens nicht viele Tode, um neu zu erstehen?