Gloeckler Gesicht ablegen

Textauszug

liturgia

wozu das herz der dinge zerfragen
antworten fordern führt zu keinem ergebnis
daß dieser baum ist
daß ich ihn taste atme seine wurzeln fühle
in meinen wurzeln und dies über den tag hinaus
seine zweige in meinen zweigen bewege
dies alles ist antwort genug

dies alles ist ausreichend begründung
so steh ich hoch in den mittag
trage auf meinen schultern stürmische böen
die kommen von meer und gezeiten
und mit sich bringen samen von palmen
und gräsern und blüten und immer wieder
morgen und abend

und langsam ganz von alleine
ist alles fraglos
ohne schatten

 

»Das Gesicht ablegen«

Gedichte

Mit einem Nachwort von Nuno Júdice

2001, geb., 136 S.
€ 12 / sFr 22
ISBN 3-932245-39-3

Edition Lyrik der Jahrtausendwende, Band 7

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